Tag-Archiv für 'Kulturkonferenz'

Bericht über die erste Kieler Kulturkonferenz zum Thema ‘Teilhabe an Kultur für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln’

Heute hat in der IHK zu Kiel die erste Kieler Kulturkonferenz stattgefunden. Thema war ‘Teilhabe an Kultur für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln’. Anwesend waren circa 80 Vertreter aus dem Stadtrat, der Verwaltung und diversen Kulturträgern und Kulturschaffende.

Nach zwei Impulsreferaten fand eine moderierte Diskussion statt. Der Leiter des Amtes für Familie und Soziales, Herr Bornhalm vertrat im ersten Impulsreferat das Vorhaben, einen sogenannten Kiel-Pass zu etablieren. Dieser soll Menschen mit geringen finanziellen Mitteln den Eintritt in hauptsächlich städtische Kultureinrichtungen ermässigen.

Frau Reinig, Leiterin des Kl!ck Kindermuseums in Hamburg berichtete von den Erfahrungen, einen Museumsbetrieb für Kinder aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln zu realisieren. Sie betonte die Notwendigkeit, daß man dieses Publikum wirklich wollen müsse. Mitleid und Verachtung müssten beim Personal konsequent abgebaut werden. Die traditionellen Spielregeln für einen Museumsbetrieb müssten geändert werden. Sie berichtete, daß intellektuelle, kopfbetonte Angebote kaum angenommen werden. Um einen adäquaten Betrieb eines Kulturbetriebes mit der obigen Zielgruppe garantieren zu können, müssten Institutionen und Finanzmittel umgestrickt werden. Zudem benötige man Geld und viel Zeit, da die anvisierten Rezipienten das Angebot nur sehr langsam annehmen würden.

In der anschliessenden Diskussion ergaben sich folgende Themenbereiche:

Kann eine signifikante Preisermässigung in den kulturellen Einrichtungen Menschen mit geringen finanziellen Mitteln motivieren, das Angebot vermehrt wahrzunehmen?

Ist die sogenannte Hochkultur in der Lage, den Rezipienten mit geringen finanziellen Mitteln ein kulturelles Angebot zu präsentieren, welches von diesem auch angenommen wird, oder sind Initiativen, die sich vorort kulturell betätigen, dieser Aufgabe besser gewachsen?

Die Grundlagen der kulturellen Bildung müssen bereits im Grundschulalter gelehrt werden.

Herr Pasternak wird die entstandenen Ideen und Sachverhalte zusammenfassen und in der nächsten Kulturausschusssitzung wird die Thematik dann weitergeführt.


Einladung zur Kulturkonferenz am 9.10.2009 – Thema: Teilhabe an Kultur für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln

9. Oktober 2009
19:00bis21:00

Wie bereits auf Blogbeirat berichtet wurde, findet am 9.10. 2009 um 19:00 in der IHK zu Kiel der erste Teil der Kieler Kulturkonferenz statt.
Im Artikel des Blogbeirats beklagte ich mich darüber, daß die K34 nicht zu dieser Kulturkonferenz eingeladen wurde und kündigte an, uns auf der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses selbst einzuladen. Herr Pasternak ist mir da zuvor gekommen. Er tat kund, daß die Einladung an alle Interessierten adressiert ist. Es gibt aus Kostengründen keinen Postversand der Einladungen. Herr Pasternak rief auf der gestrigen Sitzung dann auch alle auf, die Einladung über Ihr Netzwerk weiterzuverbreiten.

Dieser Aufforderung komme ich gerne nach und rufe daher alle, die das Thema “Teilhabe an Kultur für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln” berührt auf, zur Konferenz zu kommen, und sich und Ihre Ideen dort einzubringen. Hier die Einladung zum Ausdrucken.

Desweiteren rufe ich dazu auf, die Thematik “Teilhabe an Kultur für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln” schon im Vorfelde der Konferenz zu durchdenken und zu diskutieren.

Spontan fällt mir dazu folgendes ein:

  1. Inwieweit unterscheidet sich ein Mensch mit geringen finanziellen Mitteln hinsichtlich seiner kulturellen Rezeption und seines kulturellen Wirkens von einem Menschen mit nicht geringen finanziellen Mitteln.
  2. Kann Kunst und Kultur, die von und für Menschen mit ausreichenden finanziellen Mitteln gemacht wurde, überhaupt Menschen mit geringen finanziellen Mitteln erreichen, auch wenn diese für diese Kunst/Kultur nichts bezahlen müssten.
  3. Kann eventuell Kunst/Kultur, die für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln gedacht ist, nur von Menschen mit geringen finanziellen Mitteln erschaffen werden.
  4. Bislang wird ein jeder Besuch im Schiffahrtsmuseum, im Kulturforum usw. mit 10 bis 20 Euro von der Stadt Kiel gesponsert. Würde jetzt auch noch der Eintritt für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln subventioniert werden, würden sich die Kosten je Besuch noch um diesen Betrag erhöhen. Der Besuch eines Menschen mit geringen finanziellen Mittel in einer der bestehenden Kultureinrichtungen würde also den Steuerzahler mindestens 20 bis 30 Euro kosten.
  5. Wären wir als K34 in der Lage, für 10 Euro Zuschuss je Besuch, 10000 Gästen im Jahr ein reichhaltiges, zielgruppenorientiertes, lebendiges und buntes Kulturprogramm zu präsentieren?
    Momentan versorgen wir ca. 1500 Gäste mit überwiegend geringen finanziellen Mitteln im Jahr bei 5 Öffnungsterminen je Monat ohne Zuschuss.